Skapho-lunäre Dissoziation

Die Verletzung des SL-Band zwischen Mondbein und Kahnbein, skapholunäre- oder SL- Dissoziation bleibt weiterhin ein Problem.  Einigkeit besteht über folgende Punkte:

– Die Früherkennung und frühzeitige Therapie ist extrem wichtig. Innerhalb von 6 -12 Wochen nach Unfall besteht die Möglichkeit, das Band zu nähen.

– In der Diagnostik sind exakt eingestellte Röntgenaufnahmen des Handgelenkes unerlässlich. Die weiterführende Diagnostik umfasst die Kinematografie und die Arthroskopie des Handgelenkes.

– Der Ausgang der unbehandelten SL-Dissoziation ist nicht mit Sicherheit vorher zusagen. In vielen Fällen kommt es zu einem fortgeschrittenen karpalen Kollaps (SLAC-wrist), einer Arthrose des Handgelenkes.

– Die lange Zeit favorisierten Bandplastiken, z.b nach Brunelli haben die Hoffnungen nicht erfüllt.

– Wesentlicher Faktor zur Vermeidung des karpalen Kollaps ist die Fehlstellung des Skaphoids.

Das Therapiekonzept muss individuell auf den Patienten und seine speziellen Bedürfnisse abgestimmt sein.

Rhizarthrose

Die Rhizarthrose oder Sattelgelenksarthrose ist eine der häufigsten Arthrosen an der Hand. Betroffen sind mehr Frauen als Männer. Dies liegt an der unterschiedlichen Form des Sattelgelenkes bei Frauen und Männern.

Klinisch bestehen Schmerzen an der Daumenwurzel, die zuerst bei Belastung später auch in Ruhe vorhanden sind. Es kann bei Bewegung zum Knirschen kommen. Eine Röntgenaufnahme ist notwendig, entscheidet aber nicht über die Indikation zur Operation. Es gibt Patienten mit massiven Veränderungen im Röntgenbild, aber ohne Schmerzen und auch den umgekehrten Fall. Im Frühstadium können konservative Maßnahmen, Wärme, Kälte, Antiphlogistika oder Cortisoninjektionen zur Linderung beitragen.

Die Indikation zur Operation wird vom subjektiven Empfinden des Patienten bestimmt. Wenn der Patient mit den Schmerzen nicht mehr leben kann, sollte die Operation erfolgen.

Es gibt eine Vielzahl an operativen Verfahren, die im Prinzip aber häufig nur Modifikationen einiger weniger prinzipieller Verfahren sind.

Wichtig ist der Erhalt der Beweglichkeit, da das Sattelgelenk die einmalige Bewegung der Daumenopposition ermöglicht.

Die Endoprothetik des Sattelgelenkes lehnen wir im Moment noch ab, da die Komplikationsrate sowie die Langzeitergebnisse nicht befriedigend sind.

Unsere Erfahrungen mit der Entfernung des Vieleckbeins (Os trapezium) mit Sehnenaufhängung in der Modifikation nach Lundborg sind sehr gut. Mehr als 90 % der Patienten werden beschwerdefrei.

Nadelfasziotomie

Über die sogenannte Dupuytrensche Erkrankung (Morbus Dupuytren) wird viel geschrieben und geforscht.

Wir müssen prinzipiell davon ausgehen, dass der Dupuytren nahezu immer wiederkehrt (Rezidiv), da er erblich bedingt ist. Es scheint daher sinnvoll, in geeigneten Fällen die Stränge in örtlicher Betäubung mit der Nadel zu schwächen und dann aufzubrechen. Der Vorteil liegt in dem für den Patienten gegenüber einer Operation geringen Aufwand.

Die eigenen Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Patienten mit definierten Strängen in der Hohlhand und den Fingern von diesem Verfahren profitieren.

Kahnbein-Skaphoidfraktur

Skaphoidfraktur

Ursache: häufig ein Sturz auf die Hand. Schmerzen im Handgelenk insbesondere an der Daumenwurzel.

Das Problem ist, dass die Kahnbeinbrüche (Skaphoidfrakturen)

  1. schlecht heilen
  2. häufig übersehen werden

Die Folgen sind Falschgelenkbildungen (Skaphoidpseudarthrose) mit Verschleiß des Gelenkes (Handgelenksarthrose)

Was ist zu tun ?

Die Verdachtsdiagnose wird klinisch gestellt (Schmerz und Schwellung an typischer Stelle). Dann wird das Handgelenk geröngt, Standard in zwei Ebenen plus eine Spezialaufnahme (Stecher) mit kleinfingerseitig abgewinkeltem Handgelenk.

Ist die Diagnose nicht klar, was häufig der Fall ist muss eine Computertomografie in spezieller Schnittführung erfolgen.

Abhängig vom Ergebnis der CT kann dann entschieden werden, ob konservativ (Gips) oder operativ (Verschraubung) versorgt wird.

Zum genaueren Vorgehen siehe auch:

HandBrief zur Skaphoidfraktur

Antikoagulantien in der Handchirurgie

Die ansteigende Verbreitung verschiedener Antikoagulantien kann den Handchirurgen vor Probleme stellen. Was muss umgesetzt werden, was stört nicht, was kann Probleme bereiten ?

In einer gerade online publizierten Übersichtsarbeit versuchen wir diese Fragen auf Basis der aktuellen Literatur zu beantworten.

Die perioperative Handhabung von Antikoagulantien in der elektiven Handchirurgie – eine Literaturübersicht

Bewertung von Sehnenverletzungen

Verletzungen der Sehnen sind sehr häufig. Es existiert eine Vielzahl von Nahtmethoden und Nechbehandlungsschemata, die in der liteartur immer wieder diskutiert werden. Grundlage der Diskussion sind Scores zur Evaluation der Ergebnisse nach Beugesehnenverletzungen. Die bekanntesten sind das Schema nach Buck-Gramcko, der Strickland Score und der Score der ASSH.

Mit Hilfe einer mathematischen Simulation konnten wir nachweisen, dass die verschiedenen Systeme in der Bewertung der Ergebnisse sehr stark abweichen können.

Daher ist ein Vergleich von unterschiedlichen Methoden nur möglich, wenn auch die gleichen Scores ermittelt werden. Aus wissenschaftstheoretischer Sicht wäre es zu begrüssen, wenn die Untersucher die „Rohdaten“ ihrer Untersuchung bereitstellen würden. Dann wäre ein Vergleich auch über verschiedene Systeme möglich.

Link zur Arbeit in der Zeitschrift Handchirurgie – Mikrochirurgie – Plastische Chirurgie

Die Hand, Allgemeines, Interessantes, Wissenschaft