Archiv der Kategorie: Sehnen

Respekt und Hochachtung 

gebührt denen, die schon lange vor uns chirurgisch tätig waren.

Bereits 1902 hat Oscar Vulpius dieses Buch verfasst:

Die Sehenüberpflanzung und ihre Verwertung in der Behandlung der Lähmungen

In diesem Buch beschreibt er seine Erfahrungen mit mehr als „einem Vierteltausend“ Operationen. Hierbei behandelt er ein weites Feld von Erkrankungen. Es werden die Ersatzoperationen bei Sehnen- oder Nervenverletzungen, der spinalen Kinderlähmung, den spastischen Paresen und auch bei arthrogenen Kontrakturen beschrieben. Die von ihm beschriebenen Verfahren sind teils heute noch gebräuchlich, werden aber leider häufig in der Literatur anderen Autoren zugeschrieben, die aber diese Verfahren erst sehr viel später publiziert haben.

Zu seinen Sehnentransplantationen an der Hand empfehle ich den folgenden Artikel.

Respekt und Hochachtung… oder wie es schon Isaac Newton ausdrückte:

“If I have seen further it is by standing on ye shoulders of giants.“

Zum Thema motorischer Ersatz hier ein weiterer Beitrag: Fallhand-Krallenhand-Schwurhand

Strecksehne Endgelenk

Strecksehnenverletzungen an den Endgelenken der Finger (Mallet-Finger, Drop-Finger) sind sehr häufig . Immer wieder sehen wir Patienten, die mit der Frage der operativen Therapie zu uns kommen. Speziell wenn die initiale konservative Therapie fehlgeschlagen ist.

Die Therapie sowohl der frischen als auch der alten Strecksehnenverletzung besteht in der konsequenten Ruhigstellung in einer gut angepassten Schiene. Wichtig ist, dass das Endgelenk in Streckung, aber nicht Überstreckung steht.

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Streckung im Endgelenk

Das Mittelgelenk des betroffenen Fingers muss frei beweglich bleiben.

 

bild8
Mittelgelenk frei beweglich

Während der gesamten Behandlungsdauer darf der Finger im Endgelenk nicht gebeugt werden, da sonst die Sehnennarbe immer wieder aufreisst. Deswegen ist es wichtig, dass der Patient lernt den Finger zu pflegen, ohne ihn zu beugen.

Wenn nach 8-wöchiger konsequenter Ruhigstellung noch ein Streckdefizit besteht, wird empfohlen den Finger erneut für 6- 8 Wochen in einer gut angepassten Schiene ruhigzustellen. Sowohl fremde als auch eigene Untersuchungen belegen den Erfolg dieses Vorgehen.