CRPS Therapie

Es gibt bis heute immer noch wenig Erkenntnisse über den genauen Mechanismus der u.a nach Radiusfrakturen zur Reflexdystrophie führt.

Die medikamentöse Therapie und Prophylaxe führt zum Teil zu abstrusen Therapieschemata.

Eine aktuelle Metastudie konnte zwischenzeitlich den prophylaktischen Effekt einer Vitamin-C Gabe nachweisen. Nachlesen kann man die Ergebnisse im Journal of HandSurgery:

Malay S, Chung KC. Testing the Validity of Preventing Chronic Regional Pain Syndrome With Vitamin C After Distal Radius Fracture. J Hand Surg Am. 2014;39(11):2251–2257. doi:10.1016/j.jhsa.2014.08.009.

Leider kann auch diese Studie noch keine Aussage über die notwendige Dosierung machen. Die Dosis schwankte in den untersuchten Arbeiten zwischen 200 und 1500 mg pro Tag.

Sicher ist die hochdosierte Gabe , speziell bei Patienten mit bekannter Neigung zu CRPS eine Option.

Strecksehne Endgelenk

Strecksehnenverletzungen an den Endgelenken der Finger (Mallet-Finger, Drop-Finger) sind sehr häufig . Immer wieder sehen wir Patienten, die mit der Frage der operativen Therapie zu uns kommen. Speziell wenn die initiale konservative Therapie fehlgeschlagen ist.

Die Therapie sowohl der frischen als auch der alten Strecksehnenverletzung besteht in der konsequenten Ruhigstellung in einer gut angepassten Schiene. Wichtig ist, dass das Endgelenk in Streckung, aber nicht Überstreckung steht.

bild7
Streckung im Endgelenk

Das Mittelgelenk des betroffenen Fingers muss frei beweglich bleiben.

 

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Mittelgelenk frei beweglich

Während der gesamten Behandlungsdauer darf der Finger im Endgelenk nicht gebeugt werden, da sonst die Sehnennarbe immer wieder aufreisst. Deswegen ist es wichtig, dass der Patient lernt den Finger zu pflegen, ohne ihn zu beugen.

Wenn nach 8-wöchiger konsequenter Ruhigstellung noch ein Streckdefizit besteht, wird empfohlen den Finger erneut für 6- 8 Wochen in einer gut angepassten Schiene ruhigzustellen. Sowohl fremde als auch eigene Untersuchungen belegen den Erfolg dieses Vorgehen.

Statistik und p-Wert

Liest man wissenschaftliche Arbeiten dann wird der „Beweis“ für die Richtigkeit der Hypothese immer mit dem p-Wert unterlegt. p-Werte Klient als 0,05 gelten in der Regel als beweisend. Jeff Leg und Roger Peng zwei Statistiker von der John-Hopkins in Baltimore haben in einer aktuell in Nature erschienen Arbeit die Sinnhaftigkeit des p-Wertes hinterfragt. Ihre kurze Arbeit betont die Wichtigkeit der gesamten Analyse. Der Artikel ist sehr lesenswert.

statistics-p-values-are-just-the-tip-of-the-iceberg

Informiert bleiben

Fortbildung ist ohne Zweifel wichtig. Dazu gehört die regelmässige Lektüre von Fachzeitschriften. Doch wie behält man den Überblick ?

Zwei Tips:

Viele Zeitschriften bieten sogenannte RSS-Feeds an. Über einen Link auf der entsprechenden Webseite kann man den Feed abonnieren. Man erhält dann kurze Titelzeilen und ggfs. Zusammenfassungen zu aktuellen Themen. Sehr sinnvoll lassen sich die Feeds mit einem RSS-Reader lesen.

Alle handchirurgischen und handtherapeutischen Journale
haben RSS-Feeds. Viele Webseiten und Blogs oder News ebenfalls.

Übrigens diese Seite auch… 🙂

Wie lesen ?

Guter Tip von einem Statistiker aus Baltimore:

Erst den Titel, dann die Zusammenfassung dann die Abbildungen anschauen. Danach weiter entscheiden, ob der gesamte Text relevant ist.

Instabilität im DRUG

Das distale Radioulnargelenk ist die körperferne Verbindung zwischen Elle und Speiche in Höhe des Handgelenks. Dieses Gelenk muß unversehrt sein, da sonst die Unterarmdrehung nicht funktioniert. Bedingt durch Verletzungen kommt es hier aber immer wieder zu Bandverletzungen aus denen eine Instabilität resultiert. Die Patienten bemerken neben Schmerzen häufig eine Einschränkung der Unterarmdrehung, sowie ein hervorspringen des Ellenkopf nach streckseitig.

Weiterhin stellt die Instabilität im DRUG eine diagnostische Herausforderung dar. Von der Vielzahl klinischer und radiologischer Verfahren ist keines perfekt. Die Verdachtsdiagnose wird durch die klinische Untersuchung im Seitenvergleich, die aber viel Erfahrung und ein langes Training erfordert, erhärtet. Das Ulna-Fovea-Zeichen, der dorso-palmare-stress-Test und der Press-Test zeigen von allen Untersuchungen die besten Ergebnisse.

Die klinische Untersuchung ist in der folgenden Arbeit sehr gut erläutert:

Klinische Verfahren zur Instabilität

Von den radiologischen Verfahren ist nach dem Nativ-Röntgen mit exakter Einstellung die CT massgeblich.

Eine Übersicht über alle Verfahren mit einer kritischen Bewertung, sowohl der klinischen als auch radiologischen Untersuchungen findet sich hier:

Spies et.al
Die Instabilität des distalen Radioulnargelenks – Zur Wertigkeit klinischer und röntgenologischer Testverfahren – eine Literaturübersicht
Handchir Mikrochir plast Chir 2014; 46(03): 137-150

Wertigkeit klinischer und radiologischer Verfahren

Die transarthroskopische Therapie der instabilen Elle ist problematisch und führt häufig zu Mißerfolgen.

Die Operation nach Adams mit Sehnentransplantaten ist sehr aufwändig erfordert große operative Zugänge und ist aus meiner Sicht daher nur speziellen Fällen vorbehalten.

Unsere Erfahrungen mit der anatomischen Rezitation haben wir hier veröffentlicht:

Transossäre anatomische Refixation der tiefen und oberflächlichen Fasern der radioulnaren Ligamente